Mehrheit mit Bremer Senat unzufrieden

Wie definiere ich Zufriedenheit? Ist der Ausgangspunkt der Beurteilung mein persönlicher Anspruch an den Staat oder das was für die Gesamtheit erreicht wurde und welcher Maßstab muss in einem Haushaltsnotlageland zugrunde gelegt werden?

Es ist derzeit offenbar ein natürliches Bestreben vieler BürgerInnen nach mehr und besser. Leider verschwimmen dabei die Grenzen zwischen dem was  notwendig und erforderlich ist und dem, was der Staat wunschgemäß darüber hinaus noch leisten soll. Und inwieweit wird bei anonymen Befragungen der derzeitige Trend ausgelebt, „denen da oben es ´mal zu zeigen“?

Die Grundsatzfrage zur Bewertung der Arbeit des Bremer Senats ist doch, wie erfolgreich ist er –  unter Berücksichtigung der stark eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten – bei der existenziellen Absicherung Bremens.

Durch geschickte politische Schwerpunktsetzung funktioniert der Bremer Staat und hat, insbesondere durch die Konsolidierung der Finanzen und die wirtschaftliche Entwicklung eine gute Zukunftsperspektive. Das ist mehr als wir nach der noch vor kurzem angedrohten zwangsweise Einsetzung eines Staatskommissars an Stelle des Senats erwarten konnten.

Wenn ich die Kurzportraits auf den Seiten 12/13 derselben Weser Kurier – Ausgabe lese, komme ich zu einem anderen Ergebnis, als das vom Weser Kurier propagierte, da m. E. die positiven Aspekte der Arbeit des Senats überwiegen.

Wie erklärt sich der Widerspruch zum Ergebnis der Befragung?

Es wäre eventuell auch aufschlussreich, wenn der Weser Kurier nicht nur die Ergebnisse „sehr zufrieden oder zufrieden, weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden, nicht bekannt oder nicht zu beurteilen“ veröffentlicht, sondern auch die Fragen, die zu den Ergebnissen geführt haben. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Art der Fragestellung den Inhalt der Antwort beeinflusst. Das ist ähnlich wie bei der willkürlichen Entscheidung, die weniger Zufriedenen zu den Unzufriedenen zu zählen. Hier könnte der Weser Kurier am Tag der Pressefreiheit einen Beitrag zur objektiven Berichterstattung leisten.

Gerd Ilgner Bremen


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